Die Uni geht los

Während meinem Auslandssemester in Lissabon werde ich die Universidade Lusófona de Humanidades e Tecnologias besuchen. Das ist eine der zwei privaten Unis in Lissabon, die momentan ca. 12.500 Studenten besuchen.

Was mir bisher am besten gefällt ist definitiv der Weg zur Uni. Jeden Morgen darf ich durch diesen wunderschönen Park laufen und werde von der Sonne geblendet,
die durch die Palmen scheint.

Wegzuruni

Mittlerweile schaffe ich es sogar pünktlich eine viertel Stunde zu spät zu kommen – Mensch was muss man sich das erst mal abgewöhnen pünktlich zu sein.
Dann sitzt du nämlich erst mal alleine da!

Ich zitiere an dieser Stelle einen meiner Profs
„There is an American Way of Life and there is a Portuguese, believe me.“
(Es gibt einen Amerikanischen Lebensstil und einen Portugiesischen, glaube mir)

Ein paar kurze Beispiele, was man sich darunter vorstellen kann. Zum einen die eben schon angesprochen „Pünktlichkeit“. Laut Studienplan fing einer meiner Kurse um 8.00 Uhr an. Der Dozent kam um 9.15 Uhr.

Im Plan stehen Räume, in dem die Kurse stattfinden. Wenn du jetzt denkst, dass der Kurs auch wirklich in dem Raum stattfindet, hast du dich getäuscht, WEIL beispielsweise zwei Kurse im gleichen Raum stattfinden sollten, wurde der Raum mal eben gewechselt und alle sind verwirrt. Natürlich bin ich neu, aber auch die Studenten hier sind nicht minder verwirrt. Es ist normal, dass man die ersten vier Wochen ein wenig „herumirrt“ und alles vierzig mal umgeschmissen wird. Am besten gewöhnt man sich schnell dran.

Ansonsten ist es das übliche Chaos, mehr dazu werdet ihr definitiv in einem der nächsten Videos zu sehen zu bekommen. Ich hoffe ich komme in einen Video Kurs, damit ich auf diesem Gebiet was lerne und mich entwickle, aber ich gebe mein bestes und hoffe, mein erstes Video hat den meisten gefallen. Wenn nicht: Vielleicht wird das nächste besser, haha. Think positiv.

Was ich genau für Kurse wählen werde ist noch offen, da wir momentan Zeit haben uns verschiedene anzuschauen und dann bis End Oktober endgültig wählen müssen. Die meisten Professoren sind super lieb. Viele fragen auch sofort den Kurs, ob es in Ordnung ist auf Englisch zu wechseln oder machen es einfach. Wenn nicht, dann bekommt man danach alles noch mal auf Englisch erklärt, vor allem die Aufgaben. Auch die Kommilitonen sind aufgeschlossen und hilfsbereit. Dass man wenig Kontakt zu den Portugiesen hat kann ich bisher noch nicht bestätigen. Ich finde es kommt einfach immer darauf an, was man draus macht.

Es sind noch mehr Austauschstudenten im Bereich Design. Zum einen zwei Kommilitonen aus Darmstadt. Das haben wir gegenseitig auch erst vor Ort erfahren, aber ich habe mich sehr gefreut. Zwei aus Österreich, einer aus Ungarn und noch drei (?) aus der Türkei. Ganz schön viele, ich war überrascht. An der ganzen Uni sind es bestimmt noch viel mehr, allerdings bekommen wir das bisher noch nicht so mit da alles strikt in die Studienfächer aufgeteilt ist. Am 13.10 findet eine Begrüßung für die Erasmus Leute statt und ab dem 19.10 gehen auch die Sprachkurse los.

Was ich studiere? Ich weiß es nicht genau, aber ich sollte eine „Kuchen“ backen und anhand dessen eine Methodik Probleme zu Lösung veranschaulichen. Klingt wie ein Selbsthilfekurs, ist es vielleicht auch. Zweiter Band von „Kreativität aushalten“.
Ich halte es ganz gut aus bisher und weiter zu kreativen Höchstleistungen motiviert,
wie man auf dem folgenden Bild sieht.

Nudelholz - not

Wenn man kein Nudelholz Zuhause hat nimmt man eben eine Weinflasche
zum Teig ausrollen! Hat doch jeder von uns schon mal gemacht, oder?
Wer behauptet Alkohol ist keine Lösung: doooooooooch!

Zutat namens Liebe

Cinnamon buns

Zimtschnecken – problem solved

Es gibt sicherlich weiterhin viel, auch in Bezug auf die Uni, zu berichten. Ich freue mich inspiriert zu werden, andere Arbeitsweisen kennenzulernen, andere angehende Designer und vor allem die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu Deutschland herauszufinden. Ich finde das sehr spannend und bin bisher positiv überrascht. Erwartet habe ich allerdings auch nicht viel, ohne das jetzt abwertend klingen lassen zu wollen.

Bis bald,
eure Lena, die mittlerweile definitiv komplett in Lissabon angekommen ist

A primeira semana

Olá,

die erste Woche ist rum, die ersten Eindrücke sind gesammelt und ich bin dabei mich Hals über Kopf zu verlieben – in Lissabon. Die Stadt macht es einem wirklich nicht schwer, aber es fällt mir schwer das in Worte zu fassen. Genau aus diesem Grund bin ich auch fleißig am Videos schneiden. Trotzdem möchte ich auch hier regelmäßig ein kleines Update, wie es mir geht und was ich so mache, geben. Im Video wollt ihr ja keine langweiligen Fakten hören, sondern sehen, wovon ich hier schreibe.

Nach sehr wenig Schlaf haben Marc und ich uns auf den Weg zum Flughafen gemacht um 4 Uhr morgens. Kurz vorher gab es noch mal einen kleinen Schockmoment, da meine Koffer insgesamt 6 kg zu schwer waren – hoppla. Auf die Schnelle wurden wild Sachen rausgeschmissen und am Ende hatte ich nur noch 1,2 kg zu viel, die der nette Herr am Schalter hat durchgehen lassen. Fünf Stunden später waren wir schon da und haben uns erst mal dazu entschieden einen Kaffee zu trinken. In unser Apartment konnten wir leider erst um 12 Uhr, weshalb wir noch etwas Zeit killen mussten (mit drei Koffern und zwei Taschen ist es nicht spaßig irgendwas zu unternehmen).

Um 11 haben wir uns dann langsam auf den Weg gemacht. Abenteuer Metro haben wir gemeistert. Das ist hier wirklich alles super easy und vergleichsweise günstig. Man kauft sich eine Karte für 50 Cent, läd diese auf und los geht’s. Eine Fahrt kostet ca. 1,20€ egal wie weit man fährt. Nicht ganz so easy war es dann die „Berge“ in Lissabon zu erklimmen. Ich erinnere an die drei Koffer! Ich war froh nicht alleine zu sein und Marc hat sich in diesem Moment wohl eher gewünscht schon in China zu sein. Unser Zimmer hatten wir über Airbnb gebucht und das war wieder mal die beste Entscheidung. Zuerst wurden wir von einem Freund der Besitzer empfangen, Paulo, der sofort super nett und hilfsbereit war. Zwei Tage später war dann auch Alex Zuhause. Er arbeitet momentan als freiberuflicher Designer (ach was!) in London und ist nicht oft in Lissabon. Wir hatten aber das Glück ihn kennen lernen zu dürfen.

Man lernt eine Stadt einfach ganz anders kennen, wenn man mit Einheimischen zusammen lebt. Wir haben Tipps bekommen, wurden mit an den Strand genommen und hatten viele lustige und interessante Gespräche. Ich habe aber irgendwie auch ein besonderes Händchen dafür immer an die richtigen Leute zu gelangen bei Airbnb. Das hat meinen Start in Lissabon so viel einfacher gemacht!

Nach der Ankunft und einem kleinen Mittagsschlaf sind wir dann auf Entdeckungstour gegangen. Die ersten Eindrücke waren gut, aber aufgepasst
– wie rutschig ist denn bitte das verdammte Kopfsteinpflaster hier?

Die nächsten Tage waren geprägt von der Wohnungssuche – schließlich bin ich ab 31.08 alleine und muss bis dahin ein Zimmer gefunden haben, sonst bin ich obdachlos. Aber wo? Wie viel darf es kosten? Möchte ich in einer großen WG wohnen? Was habe ich mir eigentlich vorgestellt? Das sind alles Dinge, mit denen ich mich in den letzten Wochen noch nicht beschäftigen konnte. Grundsätzlich war es aber gut, dass ich keine zu genaue Vorstellung hatte. Das macht alles nur schwieriger.

Bevor ich aber jetzt zu weit in die Gegenwart springe, möchte ich noch mal zurück und ein paar erste Eindrücke zusammenfassen.

Castelo

Marc Brunnen

An dieser Stelle möchte ich mich auch noch mal herzlich bei Namics bedanken.

Die Wine & Foodtasting Tour war eine super Idee. Wir hatten einen tollen Nachmittag mit vier Schwedinnen und unserem Tourführer, der auch noch Student ist. Insgesamt waren wir an fünf unterschiedlichen Stationen und jedes Mal wurde getrunken und gegessen. Schon nach der zweiten Station kam etwas Sorge in mir auf, wie ich den Abend überleben soll, haha. Die Pausen und das Essen halfen aber
bei gefühlten 40 Grad (das war der heißeste Tag bisher) nicht aus den Latschen zu kippen.

Macht euch selbst ein Bild davon:

Baccelau

Vinho Verde und Pastéis de Bacalhau (Fischkuchen) Klingt wirklich ekliger als es ist!

Portwein

Portwein und Käse mit Quitte irgendwas.
Genau verstanden haben wir es nicht.

IMG_5251

Sehr guter Weißwein, Schinken und Käse

A Ginjinha

Ginjinha. Was ist das? Gute Frage! Ein Likör, der aus Kirschen hergestellt wird. Ist eine sehr alte (150 Jahre) Tradition in Lissabon und wurde früher als „Medizin“ verkauft. Mittlerweile ist es so berühmt, dass sehr viele Leute immer hierher kommen, wenn sie in Lissabon sind. Man kann es mit und ohne Kirschen bestellen. Im Video könnt ihr live dabei sein, wie ich probiere.

Bei der letzten Station habe ich dann wohl vergessen ein Bild zu machen. Ooopsie.

Mehr Impressionen:

Tram_28_s

Die berühmte Tram und im Hintergrund sieht man schon den Tejo

Inside Tram

IN der Tram. Das ist DIE Touristenattraktion. In dem Moment war sie noch leer, aber zwei Minuten später komplett voll. Sie hält ungefähr alle 10 Meter und man legt in der gleichen Zeit die Strecke zwei Mal zu Fuß zurück. Allerdings kann ich  auch sagen, dass einem nach einer Woche laufen ganz schön die Waden spannen ;). Vielleicht hätten wir doch öfter die Tram nehmen soll. Ich liebe es bergauf zu laufen und durch die ganzen schmalen Gassen zu schlendern. Ich bin hier richtig!

Muster

Smile Lena

Castel

Soccer

Im Stadion waren wir auch. Ist nicht das erste Stadion, das ich von innen gesehen sah, aber das erste Spiel. War definitiv ein Erlebnis und die Portugiesen sind mit so viel Herzblut dabei.

Fahne

So viel Charme, gutes Essen, nette Leute, tolle Aussichten, Meer, Sonne und vieles mehr – ich bin begeistert und freue mich unglaublich auf die kommenden Monate. Amerika war damals schon eine sehr gute Idee, aber das jetzt – perfekt. Genau das, was ich brauche und ich freue mich auf alle Herausforderungen, die mir bevorstehen. Vor allem vor der Sprache habe ich großen Respekt. Ich komme hier mit meinem Englisch super zurecht (das zum Thema Amerika war eine sehr gute Idee), aber ich will auch Portugiesisch lernen. Grundsteine dafür sind gesetzt und meine liebe Mitbewohnerin wird mir bestimmt helfen, aber man versteht einfach GAR NIX. Wie hat es Alex so schön gesagt:

„We love to eat in Portugal. We even eat our letters.“
Wir lieben Essen in Portugal und „essen“ (verschlucken) sogar unsere Buchstaben.

Lisboa – here I come

Olá!

Nach fünf Jahren Pause bin ich wieder in der Welt der Blogger angekommen
und der Grund dafür ist ein neues Auslandsabenteuer: Lissabon.

Am 24.08.2015 geht mein Flug Richtung Süden und mein Auslandssemester
an der Universidad Lusófona de Humanidades e Technologias beginnt.

Ich habe damals für meinen Amerikablog sehr viel positives Feedback bekommen,
aber so wirklich überzeugt von meinen Schreibkünsten bin ich nicht, deshalb wird es diesmal etwas neues geben:
Videos! https://www.youtube.com/c/AnnaLenaBechtold

Mein Plan ist es euch mitzunehmen, zu berichten und diesmal in Bewegtbild.
In meinem Kopf wird das super; seid gespannt was dabei rauskommt 😉

Cumprimentos,
Lena